Wie kann man sich in Zeiten von Kontaktbeschräkungen trotzdem zu Hause kreativ ausleben und gemeinsam ein tolles Projekt erschaffen?

Man nehme einen bunten Mix aus Saxophonen, Gitarren und Bass, Klavier, Trompeten, Posaunen, Schlagzeugen und ein paar grandiosen Stimmen, mischt diese zusammen und fertig ist das „One-Trick Pony“.

 

 

Das Bundesjazzorchester zeigt, wie man auch aus dieser Situation das Beste herausholen kann. Die Mitglieder des Ensembles haben sich in Home- und Studio-Sessions aufgenommen und jeder mit seinem Beitrag den Song „One-Trick Pony“ eingespielt bzw. eingesungen. Wir durften die einzelnen Musiker für den Deutscher Musikrat zusammenschneiden und zu einer eindrucksvollen Gesamtkomposition in Form eines Spilt-Screen-Movies bringen. Und seitdem werden wir unseren Ohrwurm nicht mehr los.

Der Projektleiter Dominik Seidler des Bundesjazzorchesters teilt mit uns seine Erfahrungen, die so eine neue Herausforderung mit sich bringen:

  • Wie kam die Idee einen Split Screen Movie zu erstellen zu Stande?

Leider verhindert die Corona-Situation seit März 2020 das Live-Zusammenspiel des Bundesjazzorchesters. Das ist eine sehr unerquicklichen Situation, die uns vor mehrere Herausforderungen stellt: Einerseits nehmen wir unsere Verantwortung für die Gesundheit der Orchestermitglieder und des Publikums sehr ernst, daher werden Konzerte abgesagt oder verschoben. Anderseits haben wir eine pädagogische Verantwortung, den jungen Musikerinnen und Musikern ein adäquates Förderangebot anzubieten. In dieser Situation kamen wir während des Corona-Lockdowns auf die Idee, alle von ihren jeweiligen Wohnorten in einem Split Screen Movie zusammenzubringen. Der Impuls kam aus dem Orchester selbst im Rahmen einer Video-Vollversammlung.

  • Was waren die organisatorischen Herausforderungen?

So ein Projekt haben wir vorher noch nie gemacht. Der Erfolg hing stark von unserer Teamarbeit mit der hunderteins GmbH und den Hansahaus Studios Bonn zusammen. Die organisatorischen Herausforderungen bestanden darin, dass alle 35 Musikerinnen und Musiker zu Hause das gleiche Stück im gleichen Tempo in gleicher Ton- und Bild-Qualität aufnehmen, um danach alle Ergebnisse mit einer spannenden Dramaturgie in einem Film zusammenzuführen. Unser Altsaxofonist Julius van Rhee hat sich als Koordinator dieses besonderen Projekts zur Verfügung gestellt. Er stand als Schnittstelle sowohl für die Musikerinnen und Musiker als auch für das hunderteins-Team zur Verfügung. Gemeinsam mit Nico Raschke von den Hansahaus Studios Bonn mischte er den ausgezeichneten Ton für das Video.

  • Was war das Ziel des Split Screen Movies?

Uns war wichtig zu zeigen, dass das Bundesjazzorchester auch in der Corona-Krise weiterhin aktiv und kreativ arbeitet. Aktivitäten absagen ist sehr leicht und jeder würde das wahrscheinlich auch verstehen. Wir wollen jedoch Lösungen finden, auch unter den jeweils aktuellen Vorgaben weiterzuarbeiten. Wir wollen zeigen, was unser BuJazzO ausmacht: Die Qualität, das Können, den Teamgeist und den Reichtum an Klang unserer jungen Musikerinnen und Musiker. Das Video hilft uns sichtbar und mit Veranstaltern für „den Tag danach“ in Kontakt zu bleiben, wenn es wieder möglich sein wird, auf großen Bühnen vor Publikum aufzutreten. Insofern ist die Investition in ein solches Split Sceen Movie auch sehr gut investiertes Geld.

  • Warum gerade dieser Song?

Der Titel „One-Trick Pony“ stammt aus unserem aktuellen Programm „Dreams And Realities“, komponiert von Paul Simon, arrangiert von Ansgar Striepens. Die Band hat das Stück erst im März im Rahmen unserer Winterarbeitsphase einstudiert. Das gesamte Orchester ist dort inklusive unserem wunderbaren BuJazzO-Vokalensemble beteiligt. Zur Krönung haben wir noch die fantastischen Gäste Fay Claassen (Vocal) und Paul Heller (Saxofon) von der WDR Big Band ins Studio eingeladen, worauf wir sehr stolz sind. Die ganze Band kommt in diesem Titel wunderbar zur Geltung und sie zeigt auch die Handschrift unseres neuen künstlerischen Leiters Ansgar Striepens, mit dem wir in diesem Jahr eigentlich viele Konzerte spielen wollten.

  • Wie war sowohl intern als auch extern die Resonanz?

Sehr positiv. Das Projekt gab den Orchestermitgliedern wieder eine Motivation und Zielperspektive. Plötzlich musste man wieder termingerecht musizieren und Ergebnisse abliefern. Wer noch keine Kenntnisse im Home-Recording hatte, hat sie durch dieses Projekt erworben. Bei der Ausbildung zum Jazzmusiker kommt es natürlich auf die Fähigkeit zur Improvisation, aufs Spontane und Unvorhergesehene an. Aber nicht nur: Die Corona-Krise hat gezeigt, dass die jungen Musikerinnen und Musiker auch auf technisches Wissen angewiesen sind, um ihre künstlerische Arbeit zukünftig auch in einem stark veränderten Umfeld zu präsentieren. Dieses Projekt hat die BuJazzOs auf jeden Fall für die Zukunft besser aufgestellt, auch wenn ein Split Screen Movie das gemeinsame Live-Erlebnis nie ersetzen kann. Extern haben wir ausschließlich und sehr positive Resonanz erhalten. Viele haben uns gefragt, wie und wo wir dieses Video erstellt haben und wir konnten alle unsere Partner uneingeschränkt weiterempfehlen. Wir selbst sind mit dem Ergebnis mehr als zufrieden.

 

Hier ein paar Einblicke hinter die Kulissen der Aufnahmen im Hansahaus-Studio:

 

 

 

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